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Zukunftsthemen 

Aus meiner Sicht werden insbesondere drei Schwerpunktthemen entscheidend für die Zukunft des Landes und unsere Städtegemeinschaft sein: Wirtschaft, Soziales und Bildung.

Wirtschaft und Innovation

„Made in Germany“ steht weltweit für Qualität, Innovationskraft und industrielle Stärke. Doch das stagnierende Wirtschaftswachstum ist nicht nur eine konjunkturelle Schwäche – es hat strukturelle Ursachen. Hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie und fehlende Investitionsanreize bremsen unseren Standort aus.

Auch im Rhein-Kreis Neuss ist diese Entwicklung spürbar: Industrieunternehmen stehen unter Druck, Investitionen werden verschoben oder verlagert, Arbeitslosenzahlen steigen. Wenn wir jetzt nicht handeln, verlieren Deutschland und unsere Region dauerhaft an Wettbewerbsfähigkeit. Es drängt, die richtigen Weichen zu stellen, damit unsere Region ein attraktiver Standort bleibt.

 

Im Bereich Innovation setze ich mich ein für:

  • Gezielte Investitionen in die Schlüsseltechnologien von Morgen, wie KI und Biotechnologie, um den Anschluss nicht dauerhaft verlieren. 

  • Internationale Spitzenkräfte gewinnen und halten durch eine „Work-and-Stay“-Agentur, die exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie hochqualifizierte Fachkräfte gezielt anwirbt und ihnen Perspektiven in unserer Region bietet.

  • Ermöglichung von Transfersemestern, um Wissenschaft und Industrie besser zu verzahnen. Damit können Forschende unkompliziert ein oder mehrere Semester in Industrieunternehmen verbringen, um den Transfer ihrer Forschung zu begleiten. Denn: Forschung darf nicht im Labor enden – Innovation entsteht dort, wo Ideen in die Praxis überführt werden. 

  • Abbau von Förderbürokratie, damit Innovation nicht an Antragsformularen scheitert. Wissenschaftliche Ausgründungen müssen unkompliziert ermöglicht werden, unter anderem durch standardisierte Ausgründungsverträge. 

  • Schaffung eines europäischen Forschungsraums, in dem Wissen und Technologien allen Mitgliedsstaaten zugänglich sind und in dem sich Forschende frei bewegen können. 

 

Für unsere Industrie und den Mittelstand ist folgendes nun entscheidend:

  • Anhaltender konsequenter Abbau von Bürokratie und Regularien. Berichtspflichten für kleine und mittlere Unternehmen müssen reduziert werden. Zudem muss das Vergabeverfahren vereinfacht werden, damit regionale Betriebe bessere Chancen bei öffentlichen Aufträgen haben. Unternehmen sollen sich auf ihre Leistung konzentrieren – nicht auf Formulare.  

  • Verwaltungsdigitalisierung: Jede Behörde muss sich an das Once-Only-Prinzip halten, wonach Daten nur einmalig übermittelt werden. 

  • Bezahlbare Energie: Der aktuelle Industriestrompreis ist ein wichtiger Schritt, um energieintensive Branchen zu unterstützen. Entscheidend ist darüber hinaus, dass langfristige energiepolitische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Unternehmen Planungssicherheit für Investitionen zu geben.  

  • Steuerfreie Überstundenzuschläge ermöglichen, damit sich Arbeit mehr lohnt. 

Bildung

Die Qualität der Bildung von heute entscheidet darüber, wie unsere Gesellschaft morgen aussieht. Als rohstoffarmes Land leben wir von Wissen, Innovation und Leistungsbereitschaft. Bildung ist deshalb nicht nur Sozialpolitik – sie ist Zukunftspolitik.

Gleichzeitig erfüllt Bildung mehr als einen ökonomischen Zweck. Schule ist auch Ort der Wertevermittlung, der Demokratiebildung und der sozialen Integration. Wer Bildung stärkt, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Doch die Herausforderungen sind groß:
Die Ergebnisse der PISA-Studien zeigen deutliche Defizite in Mathematik und im Leseverständnis. Gleichzeitig stehen Lehrkräfte unter enormem Druck durch steigende Anforderungen, wachsende Heterogenität in den Klassen sowie mehr Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf oder fehlenden Deutschkenntnissen.

Hier braucht es entschlossenes Handeln in folgenden Handlungsfeldern: 

  • Entlastung von Lehrkräften durch die Einstellung von Integrations- und Alltagshelferinnen, Schulsozialarbeitern und Schulverwaltungsassistentinnen. Lehrkräfte müssen sich wieder auf guten Unterricht konzentrieren können. Sie dürfen mit den neuen Herausforderungen nicht alleine gelassen werden. 

  • Flexiblere Zugänge zum Lehrerberuf, etwa durch pädagogische Nachqualifizierung für Fachkräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft.

  • Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems, in dem Schülerinnen und Schülern bedarfsgerecht und talentgerecht gefördert werden können. Unterschiedliche Begabungen brauchen unterschiedliche Lernumfelder.

  • Schaffung moderner Lernumgebungen, auch in finanziell schwierigen Zeiten. Kinder und Jugendliche brauchen Lernräume, in denen sie sich wohlfühlen. 

  • Zukunftssichere Lehrpläne, die die Kinder und Jugendlichen auf die Anforderungen von Morgen vorbereiten. Die Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben und Mathematik müssen wieder gestärkt werden. Die aktuellen Defizite müssen ehrlich aufgearbeitet und wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Lehr- und Lernforschung stärker in den Schulalltag integriert werden. Zusätzlich muss im Ganztagsmodell Raum geschaffen werden für Demokratieförderung, Medienkompetenz und wirtschaftliche Grundbildung.

Soziales

Eine starke Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie füreinander einsteht. Unser Sozialstaat ist Ausdruck von Solidarität und Verantwortung. Er schützt Menschen in schwierigen Lebenslagen und bietet Sicherheit in Zeiten von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Pflegebedürftigkeit.

Gleichzeitig gilt: Unser Sozialsystem ist als Netz gedacht – nicht als Hängematte. Es soll auffangen, nicht dauerhaft tragen. Wer Unterstützung braucht, muss sie zuverlässig erhalten. Wer arbeiten kann, soll ermutigt und befähigt werden, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Soziale Sicherheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gehören zusammen. Denn nur eine starke Wirtschaft kann dauerhaft ein starkes soziales Netz finanzieren. Deshalb ist es politische Verantwortung, soziale Ausgaben nicht nur auszuweiten, sondern sie auch kritisch zu überprüfen – auf Wirksamkeit, Zielgenauigkeit und Nachhaltigkeit. Hier braucht es eine ehrliche Reformdebatte.

 

Meine sozialpolitischen Schwerpunkte:

  • Mehr Transparenz und Effizienz im Sozialsystem: Doppelte Strukturen und bürokratische Hürden müssen abgebaut werden. Sozialleistungen müssen verständlich, digital zugänglich und nachvollziehbar organisiert sein. Ziel ist ein Sozialsystem, das schnell hilft, statt durch komplizierte Verfahren zu verzögern.

 

  • Auskömmliche Finanzierung der sozialen Infrastruktur: Gewalt gegen Frauen, Überschuldung und Suchtprobleme sind dringende gesellschaftliche Herausforderungen. Frauenhäuser, Schuldnerberatungen, Sucht- und Sozialberatungsstellen brauchen eine verlässliche und langfristige Finanzierung. Land, Bund und Kommunen müssen hier dauerhaft Verantwortung übernehmen.

 

  • Integration durch klare Erwartungen und echte Chancen: Integration gelingt nur mit gegenseitiger Verantwortung. Menschen, die neu zu uns kommen, sind in der Pflicht, sich aktiv zu integrieren. Gleichzeitig muss der Staat die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen: niederschwelliger Zugang zum Arbeitsmarkt, konsequente Sprachförderung und verbindliche Integrationskurse.
    Arbeit ist der Schlüssel zur Integration. Wer sich bemüht, Deutsch lernt und Teil unserer Gesellschaft werden will, soll eine echte Perspektive erhalten. Wer jedoch gegen unsere Rechtsordnung verstößt oder vorsätzlich falsche Angaben macht, muss mit klaren Konsequenzen rechnen.


 

Konkret im Bereich der frühkindlichen Bildung fordere ich:

  • Frühkindliche Bildung fördern durch den fortandauernden Ausbau von Betreuungsplätzen im U3 und Ü3-Bereich. Kita ist mehr als ein Aufbewahrungshort – sie ist ein Ort für gezielte Förderung, gesellschaftliche Gesellschaft und Vorbereitung auf die Schule. Eine Schlüsselrolle dafür spielen pädagogische Fachkräfte. Die praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin soll weiterhin gefördert werden. Zudem muss die Tätigkeit attraktiver gestaltet werden, unter anderem durch eine angemessene Bezahlung.

 

  • Die Verlässlichkeit der Kitas muss verbessert werden, damit sich junge Eltern in ihrem Alltag darauf verlassen können, dass ihre Kinder während ihrer Arbeitszeit gut aufgeboben sind. Ausfallzeiten müssen verringert werden. Eine sinnvolle Maßnahme ist die Einbeziehung von Ergänzungskräften wie Kinderpflegerinnen und -pflegern (die eine mind. 2-Jährige Ausbildung vorweisen). Ebenso sollten mehr Menschen für den qualifizierten Quereinstieg geworben werden. Damit sollen zum Beispiel lebenserfahrene Menschen angesprochen werden, die aktuell noch nicht in Kitas arbeiten, aber sich für das Berufsbild interessieren. 

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